Faszinierende Klangwelten

Esther Lorenz und Peter Kuhz<br />
Foto: C.Beyer
Esther Lorenz und Peter Kuhz
Foto: C.Beyer

Faszinierende Klangwelten

Bossa Nova, Bolero und sephardische Lieder in der Grundschule Wissingen, 14.02.2016

Eine vielseitige musikalische Reise boten Sängerin und Rezitatorin Esther Lorenz und Gitarrist Peter Kuhz bei ihrem Auftritt in der Grundschule Wissingen. Mit Tiefgang und viel Gefühl interpretierten die beiden Musiker Bossa Nova aus Brasilien, Bolero Cubano aus Kuba und mittelalterliche sephardische Gesänge der jüdischen Kultur Spaniens.

 

Das breite Spektrum umfasste weltbekannte Klassiker ebenso wie selten gespielte Musikperlen. Rund zwei Stunden lauschten die knapp 40 Zuhörer dem faszinierenden Klangkosmos der aus Berlin stammenden Künstler, die der Einladung des Bissendorfer Kulturvereins gefolgt waren. Diese vermochten es, eine durchgängig entspannte und musikalisch dennoch enorm intensive Atmosphäre zu erzeugen. Dies verdankte sich auch der großen Virtuosität, die sich durch die ausgesprochen flexible Stimme und das komplexe Gitarrenspiel mitteilte.

Mit zumeist melancholischen Klangfarben und feinen Variationen interpretierten Lorenz und Kuhz den Ende der 1950er Jahren in Brasilien entstandenen „Bossa Nova“. Interessante Hintergrundinformationen und Anekdoten ermöglichten den Zuhörern ein vertieftes Verständnis der an diesem Abend präsentierten Musikstücke. Rezitierte Gedichte sorgten zusätzlich für poetische Momente.

Zu den bekanntesten der an diesem Abend dargebotenen  Bossa Nova-Stücke zählte „The Girl from Ipanema", 1962 vom Brasilianer Antonio Carlos Jobim komponiert und in Esther Lorenz freier Interpretation zum "Boy from Ipanema“ verwandelt. Das weltberühmte „Bésame Mucho“ präsentierten die beiden Musiker in einer brasilianischen Bearbeitung, welche sich durch abstrakte Strukturen und gegenläufige Klanglinien auszeichnete. Auch einige Stücke des Brasilianers Luiz Bonfá, darunter etwa „Manhã de Carnaval“ (Karnevalsmorgen) aus dem 1959 beim Filmfestival in Caen preisgekrönten Film „Orfeu Negro“ wurden dargeboten. Lange, sich fein verästelnde Gesangsbögen leiteten den Abschnitt sephardischer Musik ein, von der Sängerin Esther Lorenz zu berichten wusste, dass viele Elemente dieses im mittelalterlichen Spanien entstandenen Stils in den Flamenco übernommen worden seien. Erst nach zwei eingeforderten Zugaben nahmen die beiden Künstler Abschied von ihrem Publikum.

Text: Christoph Beyer